Pilgern, © Weinviertel Tourismus / Lahofer

Pilgern ist mehr als Wandern

Was ist pilgern?

In der heutigen, von Hektik getriebenen Zeit, entscheiden sich immer mehr Menschen neue Kraft beim Pilgern zu schöpfen. Aber was kennzeichnet Pilgern eigentlich und wie funktioniert es?

Pilgern ist weit mehr als wandern. Beim Pilgern geht es nicht um einen sportlichen Wettkampf, sondern es geht um das Unterwegs-Sein mit dem Ich und um eine Suche zu sich selbst.

Unterwegs-Sein

Viele Menschen entscheiden sich, diese Form des Reisens einmal auszuprobieren und sind fasziniert. Für viele ist es eine neue Erfahrung. „Wer gut geht, dem geht’s gut“ – diese Aussage gewinnt beim Pilgern besondere Kraft. Man sollte sich am Beginn nicht zu viel zumuten, es geht ja nicht um einen sportlichen Wettkampf. Es geht vielmehr um das Unterwegs-Sein – auch zu sich selbst. Etappenlängen von ca. 25 km sind gut als Tagesetappen zu empfehlen. Jeder hat einen anderen Hintergrund, ein anderes Motiv, wohin er unterwegs ist. Sind es spirituelle, kulturelle, sportliche Motive – die Bewältigung der Strecke bedeutet für jeden einen sehr persönlichen, sehr individuellen Erfolg!

Jakobsweg

Jakobswege sind spirituelle Wege. Wege, die seit Jahrhunderten von Menschen begangen werden. „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, schreibt Martin Buber. Am Jakobsweg hat man die Chance zur Begegnung. Begegnung mit der Natur, mit Menschen, mit Kulturgütern, mit heiligen Orten und natürlich die Begegnung mit sich selbst. Spirituelle Wege bieten die Möglichkeit, sich diesen Begegnungen bewusst zu stellen und Fragen, die auftauchen, auch länger zu bedenken. Wer pilgert, wandert nicht einfach. Der Pilger stellt sich diesen Begegnungen und erkennt dahinter auch den Mehrwert, eine neue Dimension, die sich eröffnen kann. Die Antwort auf so manche Lebensfrage kann ein stilles Gehen, ein bewusstes Schweigen, manchmal ein lautes Klagen oder eine tiefe innere Ruhe sein. Am Pilgerweg ist dazu Gelegenheit und Zeit.

Suchen und Finden

Die Kirchen entlang des Jakobsweges laden alle zu einem Besuch ein. Fast alle Kirchen sind geöffnet bzw. bei manchen gibt es einen Hinweis, wie man zu einem Einlass kommt. Sie laden zum Gebet, zum Innehalten oder zur Rast ein. Außerdem bieten sie Schutz an Regentagen. Es gibt viele spirituelle Orte am Jakobsweg Weinviertel. Sei es in der freien Natur oder in einer Kirche. Ein Blick zum Himmel, ein Staunen vor einem Altar, ein Eintauchen in das Weihwasserbecken und ein schlichtes Kreuz auf die Stirn sind nur ein paar der vielen Möglichkeiten, dem Geheimnis der Religion näher zu kommen. Immer und überall haben Menschen nach dem letzten Geheimnis – wir nennen es Gott – gesucht. Suchen auch Sie, und Sie werden finden!
 

Unsere Tipps für eine genussvolle Pilgerwanderung entlang des Jakobsweges Weinviertel

Tipp 1:
Nur fit pilgern bzw. wandern - nicht erst fit durch das Pilgern bzw. Wandern!

Tipp 2:
Tagesetappen von rd. 25 km sind ein guter Richtwert.

Tipp 3:
Achten Sie beim Packen Ihres Rucksackes darauf, schwere Inhalte im Schulterbereich zu platzieren. Leichte Dinge sind idealerweise ganz oben oder unten einzupacken. Tipps, was nicht fehlen sollte, finden Sie in unserer Packliste.

Tipp 4:
Nicht auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr vergessen! Das reichliche Trinken möglichst mineralsalzreicher Flüssigkeiten ist das Um und Auf beim Wandern.

Tipp 5:
Beim Abmarsch langsam warm gehen, beim Pilgern in der Gruppe immer darauf achten, dass sich das Gehtempo nach dem Schwächsten in der Gruppe richtet.

Tipp 6:
Bei Ermüdungserscheinungen sofort ausgiebig rasten. Genussvolle Gelassenheit ist die Devise!

Tipp 7:
Grundsätzlich alle 2 Stunden eine ca. 10-minütige Rast einplanen, spätestens dann sollte jeder etwas essen und trinken.

Tipp 8:
Verlassen Sie nie die markierten Wege, nehmen Sie keine "Abschneider" - diese kosten sehr viel unnötige Energie.